Mit Google+ ist dem Marktführer der Internetsuche ein großer Coup gelungen. Die Berichterstattungen überschlagen sich und Nutzer, die eine Einladung zu dem Social Network erhalten haben, übertrumpfen sich in ihren Lobhudeleien. Zwar ist die breite Masse noch nicht auf Google+ aktiv, aber laut der Webanalysten von Comscore tummeln sich bereits 25 Millionen Nutzer bei Google+. Facebook benötigte für diesen Meilenstein 35 Monate. Twitter 30.

Zukünftig wird man als Internetnutzer nicht um Google+ herumkommen, da die einzelnen Insellösungen (Picasa, iGoogle, Youtube, Docs etc.) zu einem  integralen Produkt verschmelzen. Um es mit Tolkiens Worten zu sagen: “one platform to rule them all”. Ein weiteres wichtiges Argument für die Marktdurchdringung ist die nahtlose Integration der mobilen App in das Google-Betriebssystem Android, von welchem täglich mehr als fünfhunderttausend Geräte aktiviert werden.

Für Firmen bietet Google derzeit noch keine Möglichkeiten Präsenzen in Google+ zu erstellen. Google rät erst einmal abzuwarten und ausgewählte Mitarbeiter mit der Unternehmenspräsentation auf ihren persönlichen Profilen zu beauftragen. Bis zum Ende des Jahres werde man entsprechende Business-Funktionen aktivieren.

Zwar befindet sich die Plattform offiziell in einer Testphase, Unternehmen fordern die schnelle Freischaltung von Geschäftsprofilen jedoch vehement.

Welches Potential bietet Google+ Unternehmen?

Ford ist das erste Unternehmen mit einem offiziellen Business-Profil auf Google+. Zwar dient dieser Account erst einmal nur Testzwecken und ist mit einem speziellen Logo versehen, es zeigt sich jedoch, welche Möglichkeiten sich Unternehmen bieten.

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Einen wichtigen Mehrwert wird die Auswertung der Nutzer-Aktivitäten bieten. Derzeit stützt Google seine Intelligenz fast ausschließlich auf die Suchen der Google-Nutzer. Mit der Interaktion der Nutzer untereinander und deren Verhaltensweisen spült Google wertvolle personenbezogene Daten, die man heute noch nicht erheben kann, in seine Datenbanken. Dies ermöglicht den Aufbau eines Google-eigenen Social Graph, der die personalisierte Aufbereitung von Informationen und Werbung noch stärker an den Internetnutzern ausrichtet. Hierbei können werbliche Botschaften subtiler und wesentlich streuverlustfreier ausgeliefert werden, was dazu führen wird, dass Klickraten sich deutlich erhöhen. Beim Thema Datamining auf personenbezogener Ebene hatte Facebook bis jetzt die Nase vorne, da man mit unterschiedlichen Maßnahmen sowohl statistische Werte wie auch weiche Faktoren aggregieren kann.

Unternehmen bietet die Präsentation von Produkten und Dienstleistungen auf Google+ die Möglichkeit, Google die Auswertung von Inhalten und Interaktionen zu erleichtern und die eigene Position in den Suchergebnissen zu stärken. Langfristig werden Unternehmen, die sich nicht aktiv auf Google+ engagieren innerhalb der SERPS (Suchergebnisse) abgestraft.

Für Unternehmen entsteht ein Zwang Inhalte in Google+ zu publizieren. Hierbei wird die inhaltliche Tiefe des Netzwerks und die Attraktivität für Nutzer deutlich erhöht. Diese Spirale hat in der Endkonsequenz zur Folge, dass immer mehr Nutzer und Unternehmen Aktivitäten nach Google+ verlagern und somit den Unternehmenswert von Google steigern.

Facebook-Analysen zeigen, dass Fanpages mittlerweile aufgrund ihrer Interaktionsmöglichkeiten und aktueller Inhalte deutlich häufiger frequentiert werden als die meisten statischen Unternehmensseiten. Diesen Trend wird Google mit seinem Schritt in das Geschäft der sozialen Interaktion in den kommenden Wochen ebenfalls für sich nutzen können.

Wie sich Google+ tatsächlich entwickeln wird bleibt abzuwarten.Man kann jedoch stark davon ausgehen, dass sich auch Unternehmen wie Lemminge auf die bunte Social Media Welt von Google stürzen werden.

 

Was Google Unternehmen anbieten wird, skizziert Christian Oestlien vom Google+ Team in folgenden Videos:

Video: Google+ For Businesses Update 3

 

Video: Google+, Businesses and Beyond

 

 

Weitere Updates und News gibt es offizielle bei What’s new in Google.