Noch vor einiger Zeit gerieten die Leute ins Staunen über Facebook, Foursquare, Twitter und deren vielfältige Funktionen und Möglichkeiten. Mittlerweile haben über 750 Millionen Menschen ein eigenes Profil bei Facebook, tweeten im Minutentakt, teilen tagtäglich Unmengen an Infos und Bildern und hinterlassen auf diese Weise zahlreiche Spuren über ihre persönliche Vorlieben sowie ihren Aufenthaltsort mittels des I-like-Buttons oder der Check-in-Funktion.
Nun stellte sich sowohl für Unternehmen als auch für Facebook und Co die Frage, wie es möglich ist, diesen wertvollen Datenberg anständig zu monetarisieren.  Neben der auf die einzelnen Nutzerpräferenzen zugeschnittenen Bannerwerbung eröffnen nun einige clevere Marketingideen am point of sale ganz neue Möglichkeiten.

Beispiel 1: SNAP
Eine dieser Ideen stammt von der amerikanischen Software Firma pcAmerica und hört auf den Namen SNAP (Social Network Appreciation Plattform). Die Software nutzt die in vielen Unternehmen bereits etablierten Treueaktionen und fügt diesen lediglich einen sozialen Layer hinzu um einerseits Wiederkäufe zu steigern und andererseits, durch einen höheren Buzz, Neukunden anzuwerben. Grob gesagt kann die SNAP Software über API in jedes bestehende Shopsystem integriert werden. Wenn also zum Beispiel ein Nutzer in einen Kleidungsladen geht und dort ein T-shirt erwirbt, dann gibt er beim Kauf seine SNAP-Karte der Kassiererin und sie zieht die SNAP-Karte durch ein Lesegerät. Dieses übermittelt Informationen über den gekauften Artikel sowie den Ort des Kaufs, durch einen automatischen Post auf Facebook-Places, Twitter und Foursquare. Der Nutzer checkt also automatisch in diesem Store ein und bekommt dafür Treupunkte auf seinem elektronisch verwaltetem Treuekonto gutgeschrieben. Ganz nebenbei werden Freunde aus dem sozialen Netzwerken des Käufers durch seine Posts auf den Kleidungsladen und dessen Angebote aufmerksam. Somit ist SNAP in der Lage, Daten über Transaktionen in Echtzeit zu sammeln und auszuwerten. Problemlos kann jedes Unternehmen SNAP an sein Treuesytem anpassen, oder es grundlegend erweitern. Beispielsweise können Nutzer Belohnungen in Form von Rabatten für Einkäufe und soziale Aktivitäten bekommen und sich auf diese Weise, ähnlich wie bei Foursquare, diverse Ränge wie “Shopkönig” oder “Dauergast” verdienen.

Beispiel 2: Coke Israel
Eine weitere soziale Marketing Idee stammt aus dem Hause CocaCola und baut auf die Gesichtserkennungssoftware von Publicis- E-dologic. Hierbei organisierte CocaCola zahlreiche Sommer Events für Teenager und stellte direkt vor Ort sogenannte Facelook-Computer zur Verfügung, die mittels Gesichtserkennung den einzelnen User identifizierten, sodass jeder Fotos und Kommentare auf seiner Pinnwand zu den erlebten Events posten konnte. Zuvor mussten sich die User lediglich via Facebook für die einzelnen CocaCola Events anmelden und sobald sie sich mit ihrem Gesicht vor die Facelook Applikation stellten, wurden ihre Posts automatisch der Location zugeordnet in deren Nähe sie sich befanden.
Zehntausende Teenager teilten auf diesem Weg ihre Erlebnisse auf Facebook und erzeugten so einen riesigen Buzz für die Marke CocaCola.

Beispiel 3: Ushuaia Beach Hotel
Ganz ähnlich setzte das Ushuaia Beach Hotel Ibiza  den sozialen Gedanken bei der Vermarktung seiner Hotelinternen Events ein. Direkt am Strand und vor Eventbühnen wurden große blaue Facebook-Computer platziert, mit deren Hilfe die Partygäste Fotos von sich und ihren Freunden machen konnten um sie anschließend direkt auf ihrem Profil mit anderen zu teilen.
Natürlich sind diese Posts mit einem Geo-tag und dem Hotelbranding versehen, sodass wiederum andere Nutzer auf die Hotelmarke und ihre Veranstaltungen aufmerksam wurden.

Joel Burns hat Internet-Geschichte geschrieben. Der Stadtverordnete in Fort Worth (Texas) sprach in einer persönlichen sehr bewegende Rede über Jugendliche, die aufgrund ihrer  Homosexualität mit Anfeindungen  und Ausgrenzungen zu  kämpfen haben. Seine Worte unterstrich Burns mit Beispielen Jugendlicher, die aufgrund des Mobbings Selbstmord begangen. Besonders im Süden und ländlichen Amerika haben Homosexualität mit großen Problemen zu käpfen.

Video: Joel Burns tells gay teens “it gets better”

Mit seiner Rede unterstützt Burns das It Gets Better Project und hat dank des Social Webs seine Botschaft so erfolgreich publiziert, dass diese bereits mehr als zwei Millionen mal abgerufen wurde.  Darüber hinaus verhalf  ihm seine Rede  zu einer nationalen Medienpräsenz (u.a. bei CNN und der NBC’ Today Show).

Joel Burns hat Jugendlichen in den USA Mut gemacht offen mit ihrer Homosexualität umzugehen. Burns couragiertem Beispiel folgten US-Präsident Barack Obama, Außenministerin Hilary Clinton, Facebook und Google.

Das Beispiel von Joel Burns zeigt, dass Social Media eine starke Waffe zur Verbreitung der eigenen Botschaft ist, wenn man weiß, wie man diese einsetzt!

An dieser Stelle präsentiert TRIBAX wöchentlich aktuelle News zu Social Media Themen und dem Web 2.0.

  • Mit allen Mitteln kämpft Facebook um die Vorherrschaft im Internet. Nachdem die Twitter-Gründer Jack Dorsey, Biz Stone und Evan Williams ein Übernehmeangebot seitens Facebook ablehnten, hat sich das Soziale Network immer mehr in Richtung des Mikroblogging-Services entwickelt.Jüngst wurden hovercards eingeführt, die eine Vorschau von Profilen, Gruppen und Seiten ermöglichen. Diese Funktion wurde bereits im Februar von Twitter implementiert.Nun stürzt sich Facebook auf das Thema Web-Suche und versucht Claims abzustecken. Zukünftig sollen auch externe Inhalte durch Facebook indexiert und in der Facebook-Suche gefunden werden können. Realisiert wird die Suche über das Open Graph Protokoll, welches Seitenbetreiber in ihre Seiten integrieren müssen, um gefunden zu werden. TripAdvisor ist das erste Unternehmen, welches bereits in die Facebook-Suche eingebunden wurde. Derzeit wird hierbei jedoch nicht der Open Graph sondern das Facebook-Tool URL Linter verwendet.Bereits heute nutzen viele Menschen ausschließlich Facebook zur digitalen Kommunikation. Das Medium E-Mail rückt immer mehr in den Hintergrund. Es ist zu befürchten, dass sich Facebokk über lang oder kurz zu einem walled garden á la AOL bzw. Compuserve entwickelt.
  • Bundesinennminister Thomas de Maiziere macht sich Gedanken zu der Zukunft des Internets und formuliert 14 Thesen zu den Grundlagen einer gemeinsamen Netzpolitik der Zukunft. Leider bietet de Maiziere wenig Neues und formuliert seine Thesen zu allgemein. Wie so oft können seine Aussagen auf ganz unterschiedliche Weise interpretiert und ausgelegt werden. Nett gemeint aber leider wurde das Thema zu wenig durchdrungen. Auch Felix von Leitner aka Fefe und das Team des Chaosradios dabattieren in gewohnt humoristischer Form über die Thesen. Die Sendung gibt es auf chaosradio.de im Stream oder als Download.
  • Burger 2.0? Naja, zumindest neu. Wirklich innovativ ist die neue Wurstkreation aus dem Hause McDonalds nicht. Drei Nürnberger Rostbratwürstchen garniert mit Röstzwiebeln und Senfsauce bietet der amerikanische Systemgastronom in Zusammenarbeit mit Bayern-Präsident Uli Hoeneß zu einem Pries von 1,79 Euro an.Im Gegensatz zu der Speise kann die Vermarktung durchaus als innovativ bezeichnet werden. Auf Ulis Nürnburger Blog zeigt sich der gewiefte Geschäftsmann undercover beim anspreisen seiner neuen Burger-Kreation. Der Erfolg der Kampagne spiegelt sich in der hohen viralen Verbreitung der Clips via Facebook und Twitter wieder.
  • Social Media wird auch in der Verlagsbranche intensiv genutzt. buchpfade.de hat Twitter-Interviews zu der Nutzung von Social Media mit @bastei_luebbe, @hanserliteratur, @KnaurVerlag und @eichbornverlag und bietet einen interessanten Blick hinter die Kulissen.
  • Der Internet-Einfluss auf das Marketing wird teilweise noch unterschätzt. Zu dieser Erkenntnis kommt eine Studie des Marktforschungsunternehmens Harris Interactive im Auftrag von Fleishman-Hillard. Vor dem Kauf haben sich demnach bereits 48,5 Mio Menschen – 98% aller Internetnutzer – über die Eigenschaften eines Produktes im Netz informiert.

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Die Quadratur des Kreises in der 2.0 Version.

[via HubSpot]

Eine aktuelle Auswertung von compete.com zeigt, dass Facebook im Januar 2010 Google erstmals überholen konnte und deutlich höhere Wachstumsraten  als der Suchmaschinenriese verbuchen konnte.

facebook_vs_google

Visits Monthly Change Yearly Change
facebook.com 2,872,823,682 5.92% 141.14%
google.com 2,780,997,436 3.51% 26.33%

[via vivian]

Was bedeutetet diese Entwicklung für Unternehmen?

Unternmehmen können sich heute nicht mehr nur auf die Suchergebnisse (SERPS) großer Suchmaschinen verlassen. Zwar ist die strategische Optimierung aller Onlineaktivitäten im Hinblick auf die  relevante Keywords ein entscheidender Faktor für die Gewinnung von Besuchern, diese Maßnahme muss jedoch durch Aktivitäten in sozialen Netwerken unterstützt werden.

Viele Unternehmen verfolgen hierbei lediglich einen Me-too-Ansatz und unterschätzen die Dialog-Möglichkeiten und die Viralität, die sich in sozialen Netzwerken ergeben. Werden Profile und Fan-Pages lediglich in einem werblichen Rahmen genutzt, wird dies von Mitgliedern sehr schnell erkannt und mit Nichtbeachtung abgestraft.

Wichtig für Unternehmen ist eine offene und kontinuierliche Kommunikation in Netzwerken, in welche Mitglieder aktiv eingebunden werden. Es empfiehlt sich PR- sowie Marketing-Verantwortliche in diesen Dialog einzubinden.

Sollen Unternehmen eingenständig soziale Netzwerke betreiben?

Das Betreiben einer eigenen Plattform bietet Unternehmen unterschiedliche Vorteile. Primär geht es um das Führen eines Dialoges im Rahmen der eigenen Marke und die aktive Kontrolle über Funktionen und Inhalte des entsprechenden Netzwerkes.

Die Bedürfnisse eines Unternehmen sind im Kontext eigener Produkte und Dienstleitungen durchaus sehr individuell. Den spezifischen Anforderungen werden Facebook, XING und Co. meist nicht gerecht. Das Anbienden bestehender IT-Infrastrukturen, die Nutzung von CRM-Funktionalitäten und das Abbilden bestehender Workflow ist nicht möglich.

Entsteht hierbei ein Wiederspruch zwischen dem Aufbau einer eigenen Plattform und der Partizipation in sozialen Netzwerken?

Ein Wiederspruch ergibt sich hierbei nicht, da sich beide Ansätze perfekt ergänzen. Der Aufbau eines eigenes Netzwerkes ist in untershiedlichen Kontexten denkbar.
Bekannte Beispiele sind unter anderem z.B.:

  • Kundenkommunikations-Plattformen
  • geschloßene Intranet-Communities
  • Interaktive Support-Netzwerke

Facebook und mittlerweile auch XING sind keine komplett geschlossenen Netzwerke (walled garden), da ein Datenaustausch per Schnittstellen (API) und Applikationen möglich ist. Auf beiden Plattformen sollten Unternehmen und deren Mitarbeiter aktiv partizipieren und strategisch kommuniezieren. Ziel ist hierbei der Aufbau eines persönlichen Dialogs mit den relevanten Zielgruppen und die Überführung von Mitgliedern in die eigenen Plattform. Diese bietet den Nuzer entsprechend seiner individuellen Bedürfnisse Mehrwerte, welche offene soziale Netwerke nicht bieten.

Gerne unterstützt TRIBAX Sie bei der Implementierung einer nachhaltigen Web 2.0-Strategie im Rahmen Ihrer individuellen Bedürfnisse, sowohl auf sozialen Netzwerken als auch beim Aufbau einer eingenen Plattform!

Hätten Sie’s gedacht? Soziale Netzwerke sind im Web mittlerweile beliebter als Porno-Seiten! Das hat das amerikanische Marktforschungsinstitut Hitwise in seiner jüngsten Untersuchung festgestellt. Danach rufen nur rund 8,5 Prozent der britischen Internetnutzer Sex-Seiten im Web auf, aber 9,4 Prozent soziale Netzwerke wie Facebook oder MySpace. Ob es nun bald zu ersten Insolvenzen in der Online-Porno-Industrie kommt? :-)

Aber so überraschend ist das Ergebnis der Studie auch wieder nicht. Sex und Pornografie sind heutzutage Massenware, doch was den Leuten wirklich fehlt sind Möglichkeiten der Kommunikation. Und genau das bieten soziale Netzwerke. Von daher ist die Studie auch für uns von TRIBAX eine schöne Bestätigung.

Also, grüßen, kitzeln oder küssen Sie doch mal wieder Ihre Community-Mitglieder!

Gemeinsam mit Manunia Friedel und 300 spannenden Persönlichkeiten “aus der Werbebranche” war ich am 16. Oktober beim ADC BRANDS AND IDEAS CONGRESS (BIC). Wir wollten uns ein genaues Bild von der Sicht und dem Fokus der Werber auf die Entwicklungen des Web2.0 (“Mitmachweb”) verschaffen.
Hierfür waren die Panels spannend – wir wollten es aber ein wenig genauer wissen. Daher haben wir die spannendsten Teilnehmer gebeten, uns auf drei Fragen Antworten zu geben:

1. Wie wird sich Werbung in den kommenden Jahren verändern?
2. Welche Rolle spielen Web-Communities dabei?
3. Was ist Deine All-Time-Lieblings-Online-Werbekampagne?

Interviewt wurden

  • Uli Kramer (CEO Pilot)
  • Oliver Voss (bis vor kurzem noch Creative Director Jung von Matt)
  • Andreas Mengele (CEO Heimat), Tobias Bott (PR-Chef ADC)
  • Ulrich Proeschel (Brand Director TWBA\EUROPE)
  • Colleen DeCourcy (Chef Digital Officer TBWA Worldwide)
  • Henning Ralf (Director Mobile Solutions, weischer mobile)
  • Amir Kassaei (CCO DDB Group)
  • Christoph Schuh (CEO Tomorrow Focus)
  • Conrad Fritzsch (CEO tape.tv)

In den kommenden Tagen veröffentlichen wir Teile dieser Interviews hier auf unserem Blog.

Wir starten heute mit dem kurzen und knackigen Interview mit Gründer und CEO der Pilot-Group Uli Kramer – Film ab!

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